LivoHandwerkvon LIVO GROUP
Alle Ratgeber

SEPA-Lastschrift im Handwerk: was Betriebe wissen müssen

6 Minuten Lesezeit · Stand 2026-08-20

Wartungsverträge, Bereitschaftspauschalen, Ratenzahlungen: Wo regelmäßig dieselben Beträge fällig werden, ist die Lastschrift bequemer als das Mahnen. Sie hat aber Regeln, die kein Programm wegdiskutiert.

Was Sie brauchen, bevor Sie einziehen

Die Gläubiger-Identifikationsnummer. Sie beantragen sie bei der Deutschen Bundesbank, kostenlos, online. Sie identifiziert Sie als Einzieher und steht auf jedem Mandat und in jeder Datei.

Ein Mandat je Kunde. Das ist die schriftliche Erlaubnis, von einem bestimmten Konto einzuziehen. Es enthält Ihre Gläubiger-ID, eine eindeutige Mandatsreferenz, IBAN und Unterschrift.

Eine Vereinbarung mit Ihrer Bank. Nicht jedes Geschäftskonto kann ohne Weiteres einziehen.

Die zwei Arten, und warum der Unterschied zählt

CORE ist die normale Lastschrift, auch für Privatkunden. Der Zahler kann acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen widersprechen. Das Geld geht zurück, ohne dass jemand fragt.

B2B gilt nur zwischen Unternehmern. Kein Widerspruchsrecht nach der Buchung — dafür muss die Bank des Zahlers das Mandat vorab bestätigt haben.

Für den typischen Handwerksbetrieb mit Privatkunden ist CORE der Regelfall. Die acht Wochen sind einzuplanen.

Die Fristen

Die Vorabankündigung — im Fachjargon Pre-Notification — muss den Zahler erreichen, bevor abgebucht wird. Üblich sind 14 Tage vorher, vertraglich verkürzbar. Sie nennt Betrag und Fälligkeitstag. Eine Rechnung mit dem Satz "Der Betrag wird am 15.09. von Ihrem Konto eingezogen" erfüllt das bereits.

Die Einreichungsfrist bei der Bank liegt bei ein bis zwei Geschäftstagen vor Fälligkeit, je nach Bank und Art.

Die Rückgabefrist: acht Wochen bei CORE für den Zahler. Bei einem ungültigen Mandat sind es 13 Monate — das ist die Frist, wegen der ein Mandat aufzubewahren ist, auch wenn der Kunde längst weg ist.

Wenn die Lastschrift platzt

Eine Rücklastschrift kommt mit einem Rückgabegrund als Code zurück. Die häufigsten:

  • AC04 / AC06 — Konto geschlossen oder gesperrt.
  • AM04 — keine Deckung. Der Klassiker.
  • MD01 — kein gültiges Mandat. 🔴 Dieser Fall liegt bei Ihnen: Sie haben ohne wirksame Erlaubnis eingezogen.
  • MD06 — Widerspruch des Zahlers innerhalb der acht Wochen.

Der Unterschied ist kein Formalismus: Bei AM04 können Sie die Gebühr in der Regel weitergeben, bei MD01 nicht.

🔴 Der teuerste Denkfehler

Eine erzeugte Lastschrift-Datei ist keine Zahlung.

Wer beim Erzeugen der Datei die Rechnungen als bezahlt bucht, hat offene Posten, die keine mehr sind — und mahnt nie. Zu diesem Zeitpunkt liegt das Geld nirgends: Die Datei liegt bei Ihnen, die Bank hat sie nicht gesehen, der Einzug kann platzen, der Kunde kann acht Wochen widersprechen.

Gebucht wird, wenn das Geld auf dem Kontoauszug ankommt. Nicht vorher.

Was Sie prüfen sollten

1. Ist die Gläubiger-ID beantragt und im Programm hinterlegt?

2. Liegt für jeden Einzug ein unterschriebenes Mandat vor?

3. Geht die Vorabankündigung rechtzeitig raus — und steht der richtige Betrag drin?

4. Werden Rücklastschriften erkannt und die Rechnung wieder geöffnet?


In Livo: SEPA-Lastschrift (pain.008) mit Mandatsverwaltung ist gebaut, aber bewusst hinter einem Schalter: Erst wenn Gläubiger-ID und Freigabe vorliegen, lässt sich etwas erzeugen. Die Prüfsumme der Gläubiger-ID wird gegen das Verfahren der Bundesbank gerechnet, Fälligkeiten laufen über TARGET-Geschäftstage statt über eine Wochenend-Näherung. Rücklastschriften werden im Kontoauszug erkannt, die Rechnung wird wieder geöffnet, und die Bankgebühr wird vom Rückbetrag getrennt — sonst schuldete der Kunde plötzlich mehr, als je in Rechnung stand.

Livo ist Handwerkersoftware mit einem Preis je Betrieb statt je Nutzer — Monteure inklusive.